Gregor Dekapolites

Gedächtnis: 20. November
Der heilige Gregor Dekapolites wurde in Irenopolis in der isaurischen Dekapolis in Kleinasien als Sohn der frommen christlichen Eltern Sergios und Martha geboren. Als er acht Jahre alt war, ließen ihn seine Eltern im Lesen unterrichten, und schon in jungen Jahren erwarb er eine gründliche Kenntnis der Heiligen Schrift und besuchte eifrig die Gottesdienste. Sein Sinn war früh auf das Himmlische gerichtet. Er verschmähte ausgesuchte Speisen, begnügte sich mit einfacher Nahrung, vermied kostbare Kleidung und verdiente seinen Lebensunterhalt durch die Arbeit seiner Hände, wobei er den Überschuss den Armen gab. Oft zog er sich zum stillen Gebet zurück und bat Gott, ihn zu einem treuen Diener zu machen.
Als Gregor das entsprechende Alter erreicht hatte, wollten seine Eltern ihn verheiraten. Da er jedoch sein Leben ganz Gott weihen wollte, verließ er heimlich sein Elternhaus und begab sich in ein abgelegenes Kloster, wo er Mönch wurde und sich mit großem Eifer dem Fasten, der Enthaltsamkeit, dem Gebet und den Nachtwachen widmete. Nachdem sein Vater gestorben war, fand seine Mutter ihn nach längerem Suchen wieder. Sie tadelte ihn nicht wegen seiner Entscheidung für das monastische Leben, sondern bat ihn lediglich, in ein anderes Kloster überzuwechseln, in dem sich bereits sein Bruder befand.
Gregor folgte dem Wunsch seiner Mutter. Als er jedoch erkannte, dass der Vorsteher dieses Klosters dem Ikonoklasmus anhing, trat er entschieden für den Orthodoxen Glauben und die Verehrung der heiligen Ikonen ein und wies den Vorsteher vor der Bruderschaft zurecht. Dieser geriet darüber in Zorn und ließ Gregor schwer schlagen. Daraufhin verließ Gregor das Kloster und begab sich in eine andere monastische Gemeinschaft, deren Vorsteher Symeon ein Verwandter seiner Mutter war.

Dort verbrachte Gregor etwa vierzehn Jahre und gewann wegen seines tugendhaften Lebens allgemeine Achtung. Doch sein Wunsch nach vollkommener Hingabe an Gott führte ihn schließlich in größere Einsamkeit. Mit Erlaubnis seines geistlichen Vorstehers zog er sich in eine Höhle zurück, um sich ungestört dem Gebet und der Askese widmen zu können. Dort hatte er nach der Überlieferung schwere dämonische Anfechtungen zu bestehen. Die Dämonen erschienen ihm in furchterregenden Gestalten, bedrohten ihn und versuchten ihn aus seiner Einsamkeit zu vertreiben. Einmal erschienen sie ihm sogar in leuchtender Gestalt und gaben vor, die vierzig Märtyrer zu sein, doch Gregor erkannte die Täuschung und vertrieb sie durch Gebet und das Zeichen des Kreuzes.
Nach diesen Kämpfen wurde Gregor einer besonderen göttlichen Tröstung gewürdigt. Ein wunderbares Licht erfüllte seine Höhle und war von einem unaussprechlichen Wohlgeruch begleitet. Gregor, der sich vor geistlicher Täuschung fürchtete, berichtete seinem Vorsteher davon und bat ihn um Prüfung der Erscheinung. Dieser erkannte darin eine göttliche Tröstung und ermutigte ihn, seinen asketischen Weg im Vertrauen auf Gott fortzusetzen. Gregor wurde von den ihn bedrängenden Versuchungen befreit und empfing nach der Überlieferung die Gnadengabe der Wundertätigkeit.

Doch er sollte nicht dauerhaft in seiner Höhle bleiben. Nach der Überlieferung vernahm er einen göttlichen Ruf, seine Heimat und seine Verwandtschaft zu verlassen und als Fremdling durch die Welt zu ziehen. Gregor gehorchte und begab sich zunächst nach Ephesus, von wo aus er nach Konstantinopel gelangen wollte. Dort bedrängte der Ikonoklasmus weiterhin die Kirche, und Gregor wollte den Orthodoxen Glauben verteidigen und die Irrlehre der Bilderfeinde zurückweisen.
Sein Weg führte ihn zunächst nach Prokonnesos. Trotz der Verbote der ikonoklastischen Herrscher wurde er dort von einem armen Mann gastfreundlich aufgenommen. Anschließend wollte Gregor nach Konstantinopel weiterreisen, erkannte jedoch aufgrund verschiedener Hindernisse, dass dies zu jener Zeit nicht Gottes Wille sei, und wandte sich nach Ainos. Dort wurde er von einem Reiter schwer misshandelt. Gregor ertrug die Schläge ohne Zorn und betete für seinen Angreifer. Von seiner Sanftmut bewegt, bereute dieser seine Tat und bat ihn um Vergebung.
Von Ainos gelangte Gregor über Christopolis nach Thessaloniki und zog von dort weiter nach Korinth. Anschließend setzte er seine Reise über das Meer nach Italien fort. In Rhegion wollten ihm Menschen, die seine völlige Armut bemerkten, Gold geben. Gregor erkannte jedoch, dass dieses Geld auf ungerechte Weise erworben worden war, wies den Schuldigen zurecht und gab das Gold zurück. Während der Weiterfahrt nach Rom fiel ein Mitreisender ins Meer. Gregor betete für ihn, und der Mann wurde nach der Überlieferung vor dem Ertrinken gerettet.
In Rom verbrachte Gregor drei Monate in völliger Zurückgezogenheit in einer einsamen Zelle, sodass zunächst niemand von seiner Anwesenheit wusste. Nachdem er jedoch einen Besessenen geheilt hatte, wurde seine Anwesenheit bekannt und die Menschen begannen ihn als einen heiligen Mann zu verehren. Um dem menschlichen Ruhm zu entgehen, verließ Gregor Rom und zog nach Sizilien. Dort schloss er sich in einem Turm ein und führte erneut ein Leben des Gebetes und der Stille. Auch dort hatte er nach der Überlieferung zahlreiche Anfechtungen zu bestehen und heilte Menschen von Krankheiten und dämonischer Bedrängnis. Eine Frau, die durch ein sündhaftes Leben andere Menschen zum Fall verführt hatte, führte er durch seine Ermahnungen zur Umkehr; sie entsagte ihrem bisherigen Leben und nahm das monastische Gewand.
Auf seinen weiteren Wanderungen begegnete Gregor auch einer Gruppe von Sarazenen. Einer von ihnen erhob seine Lanze, um den Heiligen zu töten, doch seine Hand erstarrte. Als er Gregor um Hilfe bat, berührte dieser seine Hand und heilte ihn. Auch einem schwer von einem Dämon gequälten Menschen begegnete Gregor auf seinem Weg und befreite ihn durch sein Gebet.
Schließlich kehrte Gregor nach Thessaloniki zurück und ließ sich beim Kloster des heiligen Menas nieder. Dort lebte er in äußerster Armut. Er besaß kaum Nahrung und nur ein einziges Gewand, das ihm Tag und Nacht als Kleidung und Bedeckung diente. Anfangs nahm er bei großem Hunger gelegentlich etwas von den Mahlzeiten anderer zu sich. Schließlich beschloss er jedoch, nicht mehr von fremder Arbeit zu leben, sondern ganz auf die Vorsehung Gottes zu vertrauen. Nach der Überlieferung wurde daraufhin eine fromme Witwe dazu bewegt, ihn regelmäßig mit Nahrung zu versorgen.
In Thessaloniki wurde Gregor wegen seiner Wundertaten und seiner geistlichen Gnadengaben weithin bekannt. Einer armen Frau, deren kleines Haus verfallen war, sagte er voraus, Gott werde ihr die notwendige Hilfe senden. Als sie mit den Arbeiten am Fundament begann, trat aus dem Boden eine große Menge eines nutzbaren Stoffes hervor, dessen Verkauf ihr genügend Mittel für den Wiederaufbau ihres Hauses und ihren weiteren Lebensunterhalt verschaffte. Mehreren Menschen sagte Gregor auch ihren bevorstehenden Tod voraus und ermahnte sie, sich darauf vorzubereiten. Einem Säulenasketen in der Nähe der Kirche des heiligen Menas kündigte er dessen baldiges Ende an; ebenso warnte er andere rechtzeitig, damit sie ihr Leben ordnen und sich auf den Tod vorbereiten konnten. Solche Episoden gehören bereits zur frühen Vita Gregors.
Gregor bewahrte mit besonderem Eifer die Reinheit des Orthodoxen Glaubens. In Wort und Tat trat er gegen den Ikonoklasmus auf und lehrte die Gläubigen, die heiligen Ikonen gemäß der Überlieferung der Kirche ehrfürchtig zu verehren. Er ermutigte die Christen, wenn nötig selbst ihr Blut für die Verteidigung der heiligen Ikonen hinzugeben, und war auch selbst bereit, dafür den Tod zu erleiden. Justin Popović bezeichnet ihn deshalb als einen freiwilligen Märtyrer.
Sein ganzes Leben war von unablässigem Gebet geprägt. Nach der Überlieferung wurde Gregor eines Nachts der Erscheinung eines Engels gewürdigt, der ihm ein flammendes Schwert übergab, als Zeichen des geistlichen Kampfes gegen die dämonischen Mächte, die Irrlehren und die Leidenschaften. Zu anderen Zeiten vernahm er während des Gebetes den Gesang der Engel und erhielt bereits während seines irdischen Lebens einen Vorgeschmack der himmlischen Freude.
Gregor empfing auch die Priesterweihe und feierte die Gottesdienste mit zerknirschtem Herzen und großer Demut. Hochmut und Ruhmsucht waren ihm fremd; selbst seine Gnadengaben waren für ihn kein Anlass zur Selbsterhöhung. Vielmehr suchte er immer wieder die Verborgenheit und verließ Orte, sobald seine Heiligkeit zu große öffentliche Aufmerksamkeit hervorrief.
Nach einigen Jahren in Thessaloniki machte sich Gregor mit einem seiner Schüler auf den Weg in Richtung Bulgarien, das damals noch heidnisch war. Noch bevor er das Land erreichte, kehrte er jedoch um. Auf die Frage seines Schülers erklärte er, er habe dort einige Zeit verbringen wollen, sehe aber, dass dort „die Sonne nicht scheine“. Die Überlieferung deutete diese Worte als prophetische Ankündigung schwerer Unruhen und großen Blutvergießens. Später reiste Gregor von Thessaloniki nach Konstantinopel und auf den bithynischen Olymp und kehrte danach wiederum nach Thessaloniki zurück.
In seinen letzten Lebensjahren wurde Gregor von schweren Krankheiten heimgesucht. Zunächst litt er an einer schweren Krankheit, die ihn nahezu unbeweglich machte. Er bat Gott darum, dieses Leiden durch ein anderes zu ersetzen, und erkrankte daraufhin an Wassersucht, sodass sein Leib stark anschwoll. Trotz seines körperlichen Leidens gab er den Kampf für den Orthodoxen Glauben nicht auf.
Schließlich verließ Gregor Thessaloniki und begab sich unter großen Mühen nach Konstantinopel, um dort weiterhin gegen den Ikonoklasmus aufzutreten. Mit ihm kamen seine beiden Schüler und Gefährten Johannes und der heilige Joseph der Hymnograph. Auf Bitten der orthodoxen Mönche wurde Joseph nach Rom gesandt, um Unterstützung für die verfolgten Verehrer der heiligen Ikonen zu erlangen. Auf der Reise wurde er jedoch von Seeräubern gefangengenommen und konnte seinen geistlichen Vater nicht mehr lebend wiedersehen.
Gregor erkannte im Voraus das Nahen seines Todes. Zwölf Tage vor seinem Hinscheiden wurde ihm nach der Überlieferung der Tag seines Heimgangs offenbart. Er ließ sich in eine Herberge für Kranke und Fremde bringen und entschlief dort am 20. November friedlich im Herrn.
Bereits bei seiner Bestattung wurden Wunder berichtet. Ein schwerkranker Mann, der seinen Körper nicht mehr aufrichten konnte und ständig zur Erde gebeugt war, näherte sich gläubig dem Leib Gregors und wurde plötzlich geheilt. Ein anderer Mann wurde von einem unreinen Geist befreit, als er sich dem Sarg des Heiligen näherte. Auch ein Mönch, der schwer von fleischlichen Leidenschaften bedrängt wurde, bat unter Tränen um Gregors Hilfe und wurde von seiner Versuchung befreit.
So gelangte der heilige Gregor nach einem Leben beständiger Wanderschaft, Askese und des Bekenntnisses des Orthodoxen Glaubens zur ewigen Ruhe. Er hatte Heimat und Besitz verlassen, um Christus nachzufolgen, war durch zahlreiche Länder gezogen, hatte Verfolgte gestärkt, Irrlehren bekämpft, Kranke geheilt und Menschen zur Umkehr geführt. Besonders in der Zeit des Ikonoklasmus wurde er zu einem unerschrockenen Verteidiger der kirchlichen Überlieferung und der Verehrung der heiligen Ikonen.
Quellen: Ignatios der Diakon, Vita Gregorii Decapolitae; Justin Popović, Žitija Svetih.
Gebete
Troparion (3. Ton)
Ein Vorbild der Enthaltsamkeit bist du geworden und hast durch den göttlichen Geist alle erleuchtet; den Lauf des rechten Glaubens hast du vollendet, durch deine Lehren hast du die Welt erleuchtet und die Häresien entlarvt, gottseliger Vater Gregor. Bitte Christus Gott, dass Er uns das große Erbarmen schenke.